
Biografie
Orchesterdirigieren: Dramatische Intensität
Ulises Maino ist ein argentinisch-italienischer Dirigent, Pianist und Répétiteur mit Sitz in Europa und zählt zu den aufstrebenden Persönlichkeiten seiner Generation im internationalen Opernkontext.
Sein künstlerisches Profil zeichnet sich durch eine Dirigierweise von starker dramatischer Intensität, struktureller Klarheit und theatralischer Sensibilität aus, mit einem Schwerpunkt auf dem opern- und sinfonischen Repertoire.
Ausgebildet zwischen Argentinien und Europa absolvierte er sein Masterstudium in Orchesterleitung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (KUG) bei Marc Piollet und Wolfgang Wengenroth. Parallel dazu entwickelte er eine fundierte Erfahrung im europäischen Opernsystem und etablierte ein Profil mit besonderer Nähe zur deutschen und italienischen Operntradition.
Seit 2023 ist er Teil des künstlerischen Teams der Oper Graz, einem der aktivsten Repertoire-Opernhäuser im deutschsprachigen Raum. Seine Tätigkeit umfasst die musikalische Leitung von Opernproduktionen, sinfonischen Projekten und zeitgenössischen Uraufführungen, darunter Rigoletto, La Cenerentola, Tom Sawyer, Schneewittchen und Il cappello di paglia di Firenze.
Seine internationale Tätigkeit umfasst Kooperationen mit Institutionen wie dem Teatro Colón in Buenos Aires, Opera Ballet Vlaanderen, Teatro Petruzzelli di Bari, Camerata Salzburg, den Wiener Festwochen und dem Centro Cultural Kirchner.
Er arbeitete mit Orchestern wie dem Orquesta Estable del Teatro Colón, den Grazer Philharmonikern, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, dem Opera Ballet Vlaanderen Symphony Orchestra sowie dem Nationalen Symphonieorchester Argentiniens, ebenso mit international renommierten Künstlern und Dirigenten wie Daniel Barenboim, Zubin Mehta, Thomas Hengelbrock, Alejo Pérez, Evelino Pidò, Vassilis Christopoulos, Francesco Ivan Ciampa, Jonas Kaufmann, Bryn Terfel, Kristine Opolais und Ludovic Tézier.
Am Teatro Colón entwickelte er eine kontinuierliche Laufbahn innerhalb des Opern- und Sinfoniebetriebs, zunächst von 2015 bis 2021 als stellvertretender Leiter des Chor Estable und anschließend als Musikalischer Leiter der Opernkammer des Teatro Colón, wo er Produktionen wie Apollo et Hyacinthus, Mahagonny Songspiel, Piedade sowie die lateinamerikanische Erstaufführung von Mozarts Mitridate, re di Ponto leitete.
2024 erreichte er einen wichtigen Wendepunkt mit seinem Debüt auf der Hauptbühne des Teatro Colón als musikalischer Leiter von Aurora von Héctor Panizza in der neuen spanischen Fassung Gambartes / Maino. Die Produktion —mit dem Orchester und Chor des Teatro Colón— erhielt große kritische Resonanz und festigte seine internationale Position.
Sein Repertoire umfasst insbesondere Mozart, das italienische und deutsche Opernrepertoire des 18. bis 20. Jahrhunderts, zeitgenössische Musik sowie die Wiederentdeckung lateinamerikanischen Repertoires.
Spielzeit 2026/27 - Oper Graz
In der kommenden Spielzeit an der Oper Graz dirigiert er neue Produktionen von Tom Sawyer (Weill), Rusalka (Dvořák) und Prokofjews Ballett Romeo und Julia, sowie verschiedene sinfonische Projekte.
